Letzten Sonntag ging es zum ersten Auswärtsspiel der Saison für die Dritte nach Ahaus. Vor dem Spiel wurden sich einige Chancen auf einen Sieg ausgemalt, aber so eindeutig, wie wir uns das vorgestellt haben, sollte es nicht werden. Eher im Gegenteil … und das lag auch daran, dass Ahaus beinahe in Bestaufstellung gegen uns antrat. Und das merkte man schon recht früh, da sich keine klaren Vorteile an den Brettern bei uns herauskristallisierten, dafür aber einige Probleme in den Partien.
Da es keine taktischen Kurzremis dieses Mal gab, dauerte es ein wenig, bis die erste Partie fertig wurde. Dirk kam am 7. Brett mit leichtem Vorteil aus der Eröffnung und wickelte in ein bequem zu spielendes Endspiel ab, in dem er aber nicht energisch genug vorging und der Vorteil sich schnell verflüchtigte. Bei ungleichfarbigen Läufern einigten sich die Spieler wenig später auf Remis. Ein weiteres Remis steuerte Daniel dazu, bei dem sich aus der Eröffnung ein damenloses, aber gleichwohl kompliziertes Mittelspiel entwickelte, bei dem ein weißer Bauer auf e5 und ein schwarzer Bauer auf e4 stand. Weil klar war, dass mit dem jeweiligen Bauern auch die Partie verloren gehen würde, verbrauchten beide Spieler zwischen dem 10. und dem 15. Zug entsprechend viel Zeit. Dann gelang es Daniel den gegnerischen Bauern zu erobern, aber sein Gegner konnte ebenfalls in ein ungleichfarbiges Läufer-/Turmendspiel abwickeln, in dem der Mehrbauer nicht zum Gewinn reichte und Daniel ins Remis einwilligte.
Doch dann begannen so langsam die Probleme, da Klaus sich nach langem Widerstand geschlagen geben musste. Schon nach der Eröffnung stand Klaus unter Druck und wurde angegriffen. Hier konnte er sich noch einige Zeit verteidigen, aber da sein Gegner nicht locker ließ, sackte er auch schließlich den vollen Punkt ein. Und auch in Ulrichs Partie entwickelten sich die Dinge nicht so, wie sie eigentlich gedacht waren. Konnte er sich ein vorteilhaftes Endspiel mit Mehrbauern erarbeiten, vernachlässigte er mit einem Läuferrückzug die Verteidigung seines f-Bauern, was sein Gegner ausnutzte. Letztendlich wickelte Ulrich in ein Endspiel mit Turm und 2 Leichtfiguren gegen 2 Türme ab, wo er sich allerdings nicht energisch genug verteidigte und letztendlich verlor.
Damit lagen wir 1-3 hinten. Zwar hatten wir in Stephans und Heiners Partien gute Gewinnchancen, aber ob wirklich ein Mannschaftssieg drin ist, blieb unklar. Den Anschluss sicherte Stephan, in dem er einen ungenauen Läuferzug seines Gegners in der Eröffnung dazu nutzte, einen Bauern zu opfern, damit der gegnerische König in der Mitte bleibt. Auch ein zweiter Bauer musste herhalten, um die Initiative zu sichern. Die Verteidigung kostete seinem Gegner so viel Zeit, dass er Ende in schlechter Stellung die Zeit überschritt. Und den Ausgleich sicherte Heiner, der als Schwarzer im Holländer zu bequemen Spiel kam. Sein Gegner übersah einen frühzeitigen Bauerngewinn und spielte sehr passiv, sodass Heiner ein paar Bauern einsammelte und diese im Turmendspiel verwertete.
Nun lag es an Martin und Stefan B. Martin kam ebenfalls zu bequemem Spiel, da sein Gegner sich passiv aufbaute. Dies hätte man noch ein paar Stunden weiter ausspielen können, aber da sich Stefans Stellung mittlerweile sehr positiv entwickelte, ging Martin die Zugwiederholung ein.
Aber bevor Stefan seine aussichtsreiche Stellung bekam, war es eher ein Auf und Ab in seiner Partie. Nach einer interessanten Eröffnung mit einem ebensolchen Bauernopfer übertrieb es nämlich Stefan mit seiner Originalität und sah sich am Ende einer taktischen Abwicklung mit einer ungünstigen Materialverteilung und einer objektiven Verluststellung konfrontiert. Die Stellung war aber trotz allem nicht einfach, sodass sein Gegner seinen materiellen Vorteil wegstellte. Unter diesem Eindruck gelang es Stefan, seine Gewinnbemühungen der Mehrqualität gegen zwei Bauern mit Erfolg zu krönen.
So stand am Ende ein knapper und glücklicher 4,5-3,5 Sieg auf unserer Seite, der auch durchaus hätte anders verlaufen können. Dementsprechend braucht es beim nächsten Heimspiel gegen Waltrop Anfang November noch eine kleine Leistungssteigerung.