Am vergangenen, langen Maiwochenende bestritt die Dritte ihr letztes Saisonspiel gegen Südlohn. Rein rechnerisch gab es noch Chancen, den zweiten Platz und somit in die Relegationsrunde zur NRW-Liga zu kommen. Allerdings musste ein sehr hoher Sieg her, während Sodingen-Castrop keinen Mannschaftspunkt holen durfte. Dementsprechend gingen wir motiviert in den Mannschaftskampf, wollten jede Stellung bis zum Ende auskämpfen und kein frühzeitiges Remis machen.
Letzteres ist uns auch gelungen, wurde doch die erste Partie erst nach 3 Stunden Spielzeit beendet. Allerdings deutete sich auch an, dass ein hoher Sieg heute nicht unbedingt drin ist, aber eine Begegnung auf Augenhöhe sollte es schon werden. Als erster wurde Martin fertig. Er eröffnete als Weißer solide aber etwas ambitionslos. Die Partie entwickelte sich ausgeglichen mit eher leichten Vorteilen für seine Gegnerin, der ehemaligen Münsteraner Spielerin Natia Engels. Die Gegnerin bot remis und in einer Stellung ohne wirkliche Aussichten für ein aktives Spiel oder Gewinnchance nahm Martin das Remisangebot an.
Anschließend kam der Führungstreffer von Stefan B. Aus der Eröffnung heraus erhielt er eine leicht angenehmere Stellung. Nach einem unglücklichen Damenmanöver, das seinem Gegner letztendlich zwei Tempi kostete, sah sein Gegner sich zu einem schwächenden Bauernzug am Königsflügel gezwungen, um Gegenspiel zu bekommen. Durch energisches Spiel gelang Stefan dann ein siegreicher Königsangriff, der die 1,5-0,5 Führung einbrachte.
Bei Heiner entwickelten sich die Sachen zwischenzeitlich etwas chaotisch weiter, sah doch der gegnerische Königsangriff gefährlich aus. Doch auch Heiner verstand es, den gegnerischen König in Kombination aus Verteidigung und Angriff unter Druck zu setzen, sodass bald die Damen verschwanden und Heiner in ein Endspiel mit Turm und ungleichfarbigen Läufern kam. Nachdem sich auch die Türme tauschten, dauerte es nicht mehr lange, bis beide Gegner sich auf Remis einigten. Zum Stand von 2,5-1,5 erhöhte Daniel. Daniel provozierte - getreu unserer Matchstrategie - in einem Abtauschslaven seinen Gegner mit dem Vorzug des h-Bauerns: … h7-h5. Sein
Gegner ließ sich nicht lumpen und konterte mit einem Bauernopfer im Zentrum, worauf eine komplizierte Stellung entstand, in der beide Seiten zwischenzeitlich den Gewinn bzw. großen Vorteil verpassten. Am Ende landete Daniels vorwitziger Randbauer – wie es sich gehört – auf h3, wo er dazu beitrug, dass die Partie in einem Remis durch Dauerschach endete.
Zum Südlohner Ausgleich kam es durch Stephans Niederlage. Kam er doch gut aus der Eröffnung, tauschte er unnötigerweise seine aktiven Figuren und kam in eine defensive Stellung, während der gegnerische Königsangriff rollte. Er entschied sich, mit seinem König zu fliehen und konnte hinterher die Dame für 2 Türme geben. Allerdings verteidigte er sich hinterher nicht konsequent genug und nach einem Überseher waren eine Figur und somit die Partie verloren.
Nun spielten noch Stefan M., Ulrich und Klaus. Allerdings sah es hier nach keiner wirklichen Gewinnchance mehr für uns aus. Stefan M. hatte im Trompowski schon früh seine Damen getauscht und kam in ein Endspiel, was zwar weitestgehend ausgeglichen war, aber auch kaum Gewinnchancen bot. Hier versuchte Stefan noch alles rauszuholen, aber da die Partie die Remisbreite nie wirklich überschritt, war die Punkteteilung das logische Ergebnis.
Ulrich spielte gegen den ebenfalls früher für Münster spielenden Peter Bolwerk und kam in ein kompliziertes Leichtfigurenendspiel, wo sich einer seiner Springer einen Randbauern schnappte, dafür aber etwas beengt stand. Während Ulrich Freibauern im Zentrum bildete (und noch drohte, am Damenflügel einen zu bilden), hatte sein Gegner 2 Freibauern am Königsflügel. In dieser komplizierten Phase behielt Ulrich den Überblick und konnte fast alle Bauern tauschen und den letzten gegnerischen Bauern erfolgreich blockieren, sodass sich auch hier die Spieler auf Remis einigten.
Zuletzt spielte noch Klaus, der sehr lange eine ausgeglichene Stellung hatte und sich gut gegen seinen Gegner verteidigte. Allerdings konnte sein Gegner in ein Läuferendspiel abwickeln, wo sich Klaus Bauern als gefährdet herausstellten. Diese konnte er hinterher nicht mehr verteidigen und musste aufgeben.
Am Ende ein wie gewohnte 3,5-4,5 Ergebnis, wie 7 unserer 9 Mannschaftskämpfe ausgegangen sind (zum Glück nicht immer als Niederlage, auch mal als Sieg…). Für die Relegationsrunde reichte es somit nicht, aber das Minimalziel, den Klassenerhalt vor der letzten Runde sicher zu haben und befreit spielen zu können, haben wir erreicht. Platz 4 ist ein mehr als zufriedenstellendes Ergebnis, was so zu Beginn der Saison auch nicht erwartbar war. Das stimmt Positiv auf die kommende Saison…