Am letzten Sonntag ging es für die Dritte zur Nachholpartie nach Essen-Katernberg. Gegen den Tabellennachbarn wollten wir weitere Mannschaftspunkte sammeln, um das Abstiegsgespenst endgültig zu verabschieden.
Zu Beginn sah es nach leichten Vorteilen für uns aus, hatten wir uns doch einige vielversprechende Stellungen herausgearbeitet. Nach zwei Stunden wurde Stefan B. als Erster fertig. Verdutzte Zuschauer waren ganz verwirrt, stand auf seinem Partieformular doch tatsächlich kein Remis, sondern ein 1-0. Und dann noch in einer Partie mit einer sehenswerten Abschlusskombination, gemacht für ein Taktikbuch. In der unten stehenden Stellung kann Weiß in 4 Zügen Matt setzen, die Lösung gibt es am Ende des Artikels:
(Becker-Dahm, 2026)
Anschließend steuerte Martin ein Remis dazu. Als Schwarzer hatte er eine eher unspektakuläre Martie und da der Mannschaftkampf zu dem Zeitpunkt sehr gut aussah, vereinbarte er ein Remis.
Den Katernbergern gelang jedoch der zwischenzeitliche Ausgleich, da Heiner seine Partie verlor. Im scharfen Najdorf-Sizilianer ließen beide Spieler ihre Chancen aus, es war eine hochkomplizierte Partie. Nur leider ließ es Heiner zu, dass sein Gegner in seine Stellungen eindringen konnte und seine Königsstellung zerfetzte. Auch hier ist der geneigte Leser gefragt, selbst zu überlegen: Weiß am Zug gewinnt entscheidend:
(Villwock-Wieder, 2026)
Danach wurde der Mannschaftskampf etwas unklarer, da Ulrich seine vorteilhafte Stellung nicht konsequent umsetzen konnte und die Partien von Daniel und Thomas eher schlechter standen. Dabei sah es bei Ulrich zu Beginn sehr gut aus, er hatte wieder einen riesigen Zeitvorteil und eine vorteilhafte Stellung, in der er für Initiative eine Qualität opferte. Leider verpasste er einige vielversprechende Gewinnansätze und landete in ein Endspiel mit Springer und 3 Bauern gegen Turm und 1 Bauern, in welchem er in eine Zugwiederholung einwilligen musste.
Durchatmen konnten wir, als Thomas seine Partie remisierte. Stand er nach der Eröffnung noch gut und hatte einen leichten Vorteil, nutzte er diesen nicht konsequent aus und stellte stattdessen einen Bauern ein. Dennoch gelang es ihm, in ein ungleichfarbiges Läuferendspiel abzuwickeln, in welchem sein Gegner zwar Chancen hatte, aber eine Verteidigungsmauer von Schwarz zuließ. Thomas konnte so die gegnerischen Bauern aufhalten und nahm das Remisangebot seines Gegners an.
Und auch Daniel konnte seine Partie in ein Remis retten. Er hatte eine komplizierte Partie auf dem Brett und verlor leider bei knapper werdender Zeit und zunehmender Erschöpfung, kurz bevor er den Sack zumachen konnte, den Faden, worauf sein Gegner in Vorteil kam. Dem ging es allerdings genauso, sodass ein Doppelturmendspiel entstand, dass Daniel trotz Minusbauern leicht Remis halten konnte.
Den Führungspunkt zum 4-3 brachte Klaus am Spitzenbrett ein. Er lehnte ein frühes Remisangebot seines Gegners ab und wickelte in ein vorteilhaftes Springerendspiel ab. Dort gelang es ihm, zunächst am Damenflügel seine Bauern vorzurücken, bevor er seinen Springer zum Königsflügel manövrierte. Nach dem Durchbruch seiner Bauern lief Klaus Freibauer, der am Ende nur mit Materialverlust aufzuhalten gewesen wäre.
Am Ende spielte nach Stephan B. Nach der Eröffnung stand er etwas passiv, doch es gelang ihm, mit Hilfe eines Bauernopfers Spiel im Zentrum zu bekommen. Er gewann den Bauern plus Zinsen zurück, doch dabei tauschte sich zu viel Material ab, sodass er am Ende in ein Turmendspiel 2-1 Bauern am Königsflügel landete. Hier versuchte Stephan noch ein wenig, aber die Stellung überschritt nie die Remisschwelle, sodass auch hier die Punkteteilung die logische Folge war.
Am Ende hieß es – wieder – 4,5-3,5. Dies nun zum dritten Mal in Folge, höhere Siege scheinen nicht drin zu sein. Aufgrund der – daraus resultierenden – niedrigen Brettpunktzahl sind wir im Moment auf Tabellenplatz 4 und es gibt nur noch rein rechnerische, fast auszuschließende Abstiegsgefahren. Schon in ca. 1 Woche geht es zum Münster-Derby, wo uns zu Hause die Schachfreunde aus Nienberge besuchen werden.
Hier noch die Lösungen:
Stefan setzt wie folgt Matt: 14. Dxh7!! Kxh7 15.Sfg5+! (es muss dieser Springer sein, damit das Feld f3 frei wird) Kh6/Kh8 16. Sxf7+ Kh7 17.Seg5# oder auch 16…Kh5 17.Lf3#
Heiners Gegner zündete den Einschlag 26. Txf7!! Heiner versuchte noch 26…Lg5+ (26…Kxf7 funktioniert wegen 27.Le6+ Kf6 28.Tf1+ nebst Matt nicht und nach 26…Sxf7 kann Weiß 27.Dxg6+ Kh8 28.Lf5 entscheidend durchdringend und in ein paar Zügen Matt setzen), aber nach 27.hxg5 Sxf7 28.Dxg6+ Kf8 29.Sf5 musste sich Heiner wenige Züge später geschlagen geben.