Wie schaut´s eigentlich bei der Dritten aus? Nach einer katastrophalen 1-7 Niederlage gegen Erkenschwick konnte im letzten Jahr noch gegen Raesfeld mit einem knappen 4,5-3,5 Sieg ein wichtiger Schritt Richtung Klassenerhalt erreicht werden. Nun ging es am letzten Sonntag zum Duell der dritten Mannschaften gegen Mülheim, welches trotz Glättewarnung sicher und rechtzeitig erreicht werden konnte. Um nicht zu viel vorwegzunehmen: Es sollte wieder eine enge Begegnung werden, doch schon schnell waren wir während des Mannschaftskampfes recht zuversichtlich. Ob zu Recht, wird sich noch herausstellen.
Ein schnelles Remis spielte Jörg mit Weiß an Brett 7 im Alt-Benoni zu Beginn des Mittelspiels. Da Jörgs Gegner 150 Wertungspunkte mehr hatte und wir an vielen Brettern aussichtsreich standen, einigte sich Jörg mit seinem Gegner schnell auf eine Punkteteilung. Ein zweites Remis steuerte Stefan B. hinzu. Nachdem sein Gegner ihn durch eine geschickte Zugumstellung in eine Eröffnungsvariante brachte, die er das letzte Mal vor ungefähr 30 Jahren auf dem Brett hatte, bemühte er sich um eine Vereinfachung der Stellung. Das gelang Stefan auch mit etwas Stellungsglück, sodass er das Remisangebot seines Gegners annahm.
Langsam konnten wir auch unsere vorteilhaften Stellungen in harte Punkte umtauschen. Ulrich setzte seinen Gegner frühzeitig unter Druck und hatte nach der Eröffnung zwischenzeitlich eine Stunde mehr auf der Uhr, während sein Gegner versuchte, seine Stellung zusammenzuhalten. Allerdings schaffte er es, die Stellung zu verkomplizieren, sodass nun Ulrich seinen Zeitvorteil einsetzte, um die passende Fortsetzung zu finden, was ihm letztendlich gelang und den vollen Punkt holte.
Den nächsten Punkt lieferte Klaus mit seinem Sieg, der nach einer längeren Durststrecke endlich den ersten vollen Punkt für die Dritte holte. Sein Gegner kam mit der Variante 1.d4 d5 2.Lg5 nicht zurecht und verbrauchte für die beiden üblichen Züge 2…c5 und 3...h6 mehr als eine halbe Stunde seiner Bedenkzeit. In der Folge kam es zu einer Abwicklung im Zentrum, bei der Klaus die Rückeroberung eines Bauern für Entwicklung und etwas Initiative zurückstellen konnte. Das hatte sein Gegner nicht im Fokus gehabt und verbrauchte weiter viel Bedenkzeit für die folgenden Züge. Nach der Zentralisierung seiner Türme erreichte Klaus einen dauerhaften Vorteil, den er sich – auch wegen der gegnerischen Zeitnot – nicht mehr nehmen ließ.
Den Anschlusstreffer für die Mülheimer mussten wir mit Niklas Niederlage zulassen. Niklas kam leider nie wirklich in die Partie und musste schon früh viel Bedenkzeit investieren, um seine Stellung zusammenzuhalten. Dies gelang ihn auch einige Zeit, doch in zunehmender Zeitnot wurde er leider von seinem Gegner überspielt.
Ein weiteres Remis steuerte Stephan hinzu, der schon früh einen Bauern gewann. Leider setzte er seinen Springer etwas ungenau zurück und musste einige Verrenkungen mit seinen Springern unternehmen und die Entwicklung zurückstellen. Dies kostete ihn und seinem Gegner viel Zeit und beide kamen in Zeitnot, in der beide Spieler chancenreiche Optionen ausließen. Am Ende konnte Stephan die Notbremse ziehen und in ein Dauerschach abwickeln. Kurz danach kam es zum Mülheimer Ausgleich, weil Martin in einer interessanten Partie im 40. Zug eine Figur eingestellt hat.
Als letztes spielte Daniel. Ihm gelang es nach schlechter Eröffnung den Druck seines Gegners zu neutralisieren und mit zwei überraschenden Zwischenzügen leichten Vorteil zu erreichen. Beim Stand von 3,5 zu 3,5 hatte er ein Turmendspiel mit je 3 Bauern auf dem Königsflügel und einem zusätzlichen Freibauern auf der a-Linie. Dieses Turmendspiel verstand Daniel besser als sein Gegner und konnte den vollen Punkt einfahren.
Damit haben wir nun den dritten 4,5-3,5-Sieg geholt, aber mit 6 Mannschaftspunkten haben wir eine gute Ausgangslage für die Mission Klassenerhalt. Für die Dritte geht es nun erst am 8.2 gegen Katernberg weiter, das Spiel wurde um eine Woche nach hinten verlegt.